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{Martin Parr’s Blick auf Luxemburg – ist die Stadt wirklich so alt?}

Wie bereits vor einiger Zeit erwähnt, habe ich mir die Fotoausstellung “Martin Parr’s Assorted Cocktail” in Luxemburg angesehen. Diese Woche ist mir eine Broschüre in die Hände gefallen, die man allen Besuchern der Ausstellung in die Hände drückt. In dieser Broschüre finden sich weitere Fotos welche Martin Parr im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten zum Kulturhauptstadtjahr in Luxemburg gemacht hat.

Irgendwo habe ich gelesen, dass man seitens der Veranstalter dem Fotografen keinerlei Vorschriften gemacht hat – und somit spiegeln diese Fotos das Bild wider, das Martin von Luxemburg hat. Mein Eindruck nach Dursicht aller Bilder: Verdammt viel Klunker, verdammt alt, verdammt reich, verdammt fett, verdammt satt.

Aber sieht so die Wirklichkeit in der Stadt aus? Um ehrlich zu sein: Die Stadt hat auch auf mich im ersten Moment nicht den dynamischsten Eindruck gemacht. Mittlerweile weiss ich auch, daß der Eindruck sicher nicht so ganz falsch war. Es gibt nur eine sehr junge, erst wenige Jahre existierende Universität mit nur wenigen Studenten und die meisten jungen Luxemburger studieren – was sehr zu begrüssen ist – im Ausland. Zudem ist das Preisniveau für Wohnraum in Luxemburg Stadt derart hoch, daß es sich nur sehr wenige Familien überhaupt leisten können hier zu wohnen. Viele Familien ziehen daher aufs Land oder gleich ins nahe Ausland – das gilt übrigens auch für “echte” Luxemburger.

Wer in der Stadt bleibt sind entweder die älteren Menschen, die schon immer hier wohnen – die orange-weissen Fahrzeuge von Hellef Doheem (”Hilfe zuhause”) gehören für mich zum Stadtbild wie die vielen Brücken – oder mehr oder weniger gut verdienende Bänker oder EU-Beamten.

Ist das jetzt gut oder schlecht? Um ehrlich zu sein: Ich weiss es nicht. Ich bin der Meinung die Stadt könnte schon etwas mehr Leben gebrauchen – auch Leben abseits des großen Geldes (das schreibe ich nun; als Bänker…). Man versucht auch etwas Kreativität in die Stadt zu bekommen; aber meist regiert auch hier das Geld, weil man sich die Kultur einfach “einkauft” – sei es im Mudam oder bei Martin Parr.

Irgendwie ist das Thema auch nicht so einfach zu lösen. Vielleicht bin ich einfach zu kurz in der Stadt um die Sache fair beurteilen zu können – und wahrscheinlich hat Luxemburg auch so seinen Platz in Europa: Als ruhigere und etwas gesetztere Hauptstadt.

Ich werde mich in jedem Fall weiter an dieser Stelle mit dem Thema auseinandersetzen. Und in jedem Fall werde ich versuchen, die Inseln der Kreativität in dieser Stadt zu finden; denn ich bin mir sicher, daß sie existieren!

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