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// Luxemburg – das Land am Rande der Sahel-Zone

Schon seit längerem beobachte ich, daß Luxemburg wohl – neben dem afrikanischen Kontinent – Hauptabnehmer für Geländefahrzeuge der Marke „Range Rover“ sein muß. Lange Zeit hat mich dieser Umstand vor große Rätsel und Unverständnis gestellt. Ist es doch so, daß Luxemburg das allerletzte Land ist, das einem zum Thema schlechte Straßen oder Straßenverhältnisse einfällt. Auch die Anzahl der Berge ist doch recht überschaubar. Selbst wenn man es darauf anlegen würde, könnte man wohl in Luxemburg keinen einzigen Weg finden, der nicht mit einem normalen PKW zu bewältigen wäre. Abgesehen davon ist solch ein riesiges Auto einfach nur eines: Unpraktisch. Es passt in keine Parklücke, für die meisten Garagen ist es zu breit oder zu hoch und verbraucht dazu noch viel (auch nicht mehr so richtig billiges luxemburger) Benzin. Von Umweltaspekten möchte ich gar nicht sprechen – sie sind sowieso, wenn es um das geliebte Auto(fahren) geht, kein Thema.

Wozu also um Himmels willen in einem Land wie Luxemburg solch ein Auto? Nach längerem Nachdenken bin ich mir nun sicher endlich den Grund gefunden zu haben.

Um diesen zu erklären muß ich allerdings ein wenig ausholen: Vor wenigen Wochen fiel mir am Luxemburger Flughafen das Luxemburger Wort in die Hände. Ich hatte Zeit und konnte ich mich voll und ganz jenem Kleinod der luxemburger Seele widmen. Da der Großherzog jedes Jahr zum Nationalfeiertag wohl Beamte (für einigermaßen regelmäßiges Erscheinen am Arbeitsplatz) und andere verdiente Mitglieder der Gesellschaft (für sonstige Heldentaten) mit Orden beglückt, darf das Wort auch lange Listen mit den Namen der Ordensempfänger abdrucken (wahrscheinlich wird so auch das Überleben der luxemburger Zeitungen gesichert – aber das nur am Rande). Damit jeder im Land auch genau Bescheid weiß, wird von vielen Geehrten ein Gruppenbild gedruckt.
Interessant zu sehen – und hier schließt sich so langsam der Kreis zum Range Rover – war, daß viele der dort gezeigten Beamten (im Falle des Außenministeriums waren es ohne Ausnahme alle) eines gemeinsam hatten: Die Liebe zu gutem Essen und Trinken und deren körperliche Folgen.

Meine Schlußfolgerung ist nun folgende: Viele Luxemburger fahren deshalb so auf Range Rover ab, weil es schlicht und einfach das einzige Auto ist, in das sie mit ihrem Körperumfang noch (einigermaßen bequem) einsteigen können! Eine andere Erklärung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen; wobei – stimmt: Die luxemburger Winter können alle 30 bis 40 Jahre verdammt hart und schneereich sein. Hin und wieder tritt vielleicht auch mal die Mosel über die Ufer oder man muß sich mit den schlechten belgischen Straßen herumschlagen. Man könnte die Liste endlos weiterführen. Ich möchte dies jedoch nicht tun und überlasse es dem geneigten Leser dieser Zeilen.

2 comments

  1. Und wie soll man bitte ohne SUV die steilen Pässe der Ardennen erklimmen, um an die überbevölkerten Strände des Obersauer-Stausees gelangen? Mit dem Mountainbike? Unvorstellbar!!!

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