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// die Schueberfouer holt Luxemburg aus dem Sommerschlaf

Jetzt ist also wieder Schueberfouer (zu deutsch Schobermesse). Zum 667.(!) Mal findet dieses im Jahr 1340 begründete Volkfest in Luxemburg statt und buchstäblich das gesamte Land zieht es in die Hauptstadt während mancher Anwohner des Glacis am Limpertsberg, wo die Messe stattfindet, die Flucht ergreift. Auf den ersten Blick ist die Schueberfouer ein „ganz normaler“ Jahrmarkt mit den üblichen Fahrgeschäften und auch einigen Marktständen an denen man viel nötiges und unnötiges kaufen kann. Allerdings hat die Messe, wie ich erfahren durfte, für alle Luxemburger eine viel wichtigere Bedeutung: Man trifft sich dort zumindest einmal im Jahr, auch wenn man sonst über ganze, große Land verstreut wohnt. So ist es auch nicht verwunderlich, daß Luxemburg Stadt in der Zeit der Schueberfouer vor Leben förmlich explodiert. Nach dem doch – selbst für luxemburger Verhältnisse! – immer ziemlich ruhigen August, in dem die gesamte Stadt auf einmal Ferien zu machen scheint, ist man so etwas kaum noch gewohnt!
Grundsätzlich bin ich kein großer Fan solcher Volksfeste; ich finde aber, daß man sich die „Fouer“ schonmal antun kann und sogar muß. Sie gehört zu Luxemburg einfach dazu. Positiv ist mir bei meinen letztjährigen, erstmaligen Besuchen aufgefallen, daß das Publikum in der Mehrzahl recht angenehm ist und man mit deutlich weniger Menschen „von den extremen Rändern der Gesellschaft“ (um es mal ganz vorsichtig zu formulieren) konfrontiert wird, als dies bei vergleichbaren Veranstaltungen in Deutschland oder anderen Ländern der Fall ist.
Was ich mich allerdings immer wieder bei solchen Großveranstaltungen in Luxemburg frage: Wo verstecken sich diese ganzen Menschenmassen sonst das Jahr über? Wo um alles in der Welt sind sie an einem gewöhnlichen Sonntagnachmittag in Luxemburg Stadt und Land? Ich werde die Frage weiter an dieser Stelle ergründen…

Links:
www.fouer.lu
www.funfair.lu
Infos zur Schobermesse bei Wikipedia

1 comment

  1. Ja, ja , wo kommen all diese Menschen auf einmal her? Z.B. aus Merzig, Saarburg , Trier, Thionville, Longwy, Arlon, Metz,…und ein paar Tausend aus Luxemburg.
    Aufmerksam beobachtet, Arthur: im Gegensatz zu einigen Kirmes-Veranstaltungen jenseits der grossherzoglichen Landesgrenzen ist die „Fouer“ kein Tummelplatz für Menschen von „den extremen Rändern der Gesellschaft“.

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