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// jetzt geht’s rund im luxemburger Zeitungsmarkt

Seit kurzem gibt es mit „L’Essentiel“ die erste Gratis-Pendlerzeitung in Luxemburg. Wie aus anderen Städten gewohnt, kann man sich diese aus Verteilboxen mitnehmen, welche an zentralen Punkten des öffentlichen Nahverkehrs aufgestellt wurden. Z.T. liegt L’Essentiel auch in Bussen aus – wobei die Busse der Stadt Luxemburg eine Ausnahme machen. L’Essentiel ist französischsprachig und kommt so daher, wie man es halt von Gratiszeitungen dieser Art gewohnt ist – recht schlicht und mit wenig Niveau; aber das erwartet man auch nicht. Gut ist, daß man über Themen aus Luxemburg (Dauerthema sind hier die hohen Mietpreise und die Schwierigkeit bezahlbare Wohnungen zu finden), aber auch Belgien, Deutschland und Frankreich informiert wird. Einer meiner luxemburger Kollegen stellte – nachdem ich ihm eine Ausgabe überlassen hatte (er selbst würde sie nie in die Hand bekommen, da natürlich mit dem Auto zur Arbeit im Stau steht) – fest, daß L’Essentiel „von diesem Sozialisten“ verlegt würde.
So ist es keine Überraschung, daß Saint-Paul – der Verleger des Hofberichterstattungsorgans Luxemburger Wort – hier nicht nachstehen kann und – oh Wunder – zum 27. November eine eigene, ebenfalls in Französisch erscheinende Gratiszeitung mit dem Namen Point 24 nachlegt. So jubiliert das Wort auch schon und stellt fest, daß Point 24 eine „rein luxemburgische Zeitung“ sein wird, die sich zudem der Qualität verschrieben hat und umfassende Informationen „natürlich mit Niveau“ verbeiten wird.

Wie auch immer. Von ganz allein wäre man wohl nicht auf die Idee gekommen eine eigenes Produkt dieser Art auf den Markt zu bringen. Aber Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft – und das ist nicht so ganz schlecht.
Ein Gewinner steht aber in jedem Fall schon fest: Und das ist die Stadt Luxemburg – auch wenn man sich im Stadtrat noch die Köpfe darüber zerbricht ob denn nun die Genehmigung für dei Verteilung von L’Essentiel in Aufstellboxen nun rechtmäßig war oder nicht. Luxemburg hat für mich durch solch ein Medium eindeutig an Attraktivität gewonnen – und endlich bekommt auch der ein oder andere Grenzgänger (vielleicht) mit was in Luxemburg so vor sich geht…

Links:
L’Essentiel
Point 24
Das Luxemburger Wort zu „Point 24“

2 comments

  1. Allerdings stell ich mir die Frage, wieso diese Zeitungen alle in französischer Sprache verfasst werden. Ist das Kaufpotenzial aller deutschsprachigen Grenzgänger und Einwohner Luxemburgs für die Werbekunden von „L’Essentiel“ und „Point 24“ etwa uninteresant? Denn eine Gratiszeitung ist eigentlich in erster Linie ein Werbeträger; die Nachrichtenartikel füllen mehr oder weniger die Spalten zwischen den Anzeigen.

  2. Ich denke man sieht bei den französischen bzw. belgischen Grenzgängern einfach ein größeres Potential – schließlich sind sie die größte Gruppe und kommen auch dank der bessere Zugverbindungen eher mit öffentlichen Verkehrsmitteln als die Deutschen (die Autofahrer erreicht man mit diesen Zeitungen ja sowieso nicht).

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