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// luxemburg: land der fliegenden autos

Jeden Montagmorgen kann man sie bei wort.lu bestaunen: Fotos von auf Dächern liegenden, schrottreifen, hochmotorisierten und ganz sicher nicht wirklich billigen Autos. Oft ist dann der Hinweis zu lesen, dass „die Unfallursache unbekannt sei“. Na, ja. Gute Tradition sind auch Berichte, welchen Quatsch betrunkene Autofahrer wieder mal über das Wochenende im Großherzogtum angestellt haben: Zum Beispiel Taxirechnung prellen und dann versuchen betrunken mit dem eigenen Auto zu fliehen um nur ein besonders herausragendes Ereignis aus letzter Zeit zu nennen.

Ich frage mich bei der Lektüre dieser Geschichten immer, ob hierzulande etwa mehr Unfälle passieren und mehr betrunken Auto gefahren wird oder ob diese Berichte einfach mangels anderer, interessanter Nachrichten einfach prominenter als anderswo dargestellt werden.

Tatsächlich belegt Luxemburg bei der Anzahl der Verkehstoten pro 1 Million Einwohner im europäischen Vergleich zusammen mit Frankreich einen Mittelfeldplatz mit einer signifikanten Verbesserung seit 2001 hinter Deutschland, das den siebten Platz belegt (Quelle: 5th Road Safety PIN Report – European Transport Safety Council).

Trotzdem bin ich ehrlich gesagt nicht erstaunt, dass bei der Fahrweise des ein oder anderen schlicht und einfach Unfälle passieren müssen. Zudem gibt es in Luxemburg auch viele, schöne Alleen – und die Bäume sind fast immer stärker als jedes noch so hoch gezüchtete Auto. Außerdem scheint es gesellschaftlich noch sehr akzeptiert zu sein, mit „ein-zwei Gläschen“ intus noch schnell nach Hause zu fahren.

Viele Gemeinden haben dieses Problem erkannt und bieten mittlerweile „Party-Busse“ u.ä. an, die am Wochenende verkehren und das Auto überflüssig machen sollen. Auch der von einem Privatunternehmen organisierte Night Rider, der im ganzen Land verkehrt, ist eine erwähnenswerte Alternative. So lange aber (angeblich) selbst Bürgermeister Polizisten im angetrunkenen Zustand anpöbeln und ihnen untersagen eine Verkehrskontrolle durchzuführen (wort.lu – Kopstal: Bürgermeister soll Polizisten gedroht haben), wird es wohl noch etwas dauern bis sich die Dinge grundlegend ändern.

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